Veranstaltungen in 2019

19. und 20.4. Sternekoch Bernd Bachofer kommt zum vierten mal auf die Bodega 120 EUR Mitglieder/Nichtmitglieder 170
4.5.: Wolfgang Spruch kommt mit seinen Weinen Terroir X aus dem Priorat MG 50 EUR/NM 85
1.6. Mai: Wine, Food & Rhythm Nr. 3 MG 75 EUR/NM 95
22.6. Juni: Schwäbischer Abend mit Jochen Beurer 50 EUR/NM 85
4.8. Juli: Juan Amador kommt MG 190 EUR/NM 235
15.9. August: Big bottle party: hier werden meine Schätze aus den ersten Jahren geköpft
14.10. Wissen und Wein nur für Mitglieder
Oktober: Weinreise nach Apulien (max. 6 Teilnehmer) Termin noch abzustimmen

Vater – mit eigenen Konzept – und Sohn stehen gemeinsam mit Souschef Andreas Kröckel und Patissière Stefanie in der Küche, sechs Azubis lernen. Wir ebenso – schon mit dem ersten Gruß Rottners erkennen wir seinen handwerklichen Fingerdruck: Lachs in einer klassischen Beurre Blanc, Pistazien, Saiblingskaviar, Staudensellerie. Ein Potpourri an Grüßen serviert uns in reizenden Facetten Thomas Wachter, der Sommelier mit jeweils passender Weinbegleitung: Rosenkohlröschen stemmen sich von bleichen Markknochen, gefüllt mit Frischkäse, Entenleberpralinen schmeicheln der Zunge, nur zu gern beruhigen wir unser Gewissen, weil die Enten normal gefüttert werden, Lachshaut knuspert himmlisch. Für die Knochen-, Knorpel und Haut -Aficionada ein Geschenk. Selbst gebackenes Brot, selbst gemachte Butter und rote Bete-Creme. Einfach, gut.

Der nächste Teller ein schöner, fast vegetarischer Gang. Bis auf die hauchzarten Damwildfähnchen, die Ingredienzen in zwei Zuständen, der wilde Brokkoli als Creme, als bissfeste Zweiglein, Macadamia als Creme, als Crumble, die Salzzitrone perlt, gestockte Buttermilch. Es geht weiter mit getauchter Jakobsmuschel, köstlich das Blumenkohlbett, weich mit Stückchen, den Geschmack mag ich kindlich ausdrücken: rosenaromatisch, erst hintennach eine federleichte Schleppe von Kohl, Gel aus Ponzu, mit Dashi angegossen, alles gut, doch der Blumenkohl ist mein Star. So muss ihn Ludwig XIV. geliebt haben. Ich beherzige Valentins Rat: zusammen auf den Löffel, in den Mund, essen, ah. Er koche puristisch, sagt er. Stimmt, weil man die einzelnen Produkte erkennt, sie sind pur = gleich rein, unverfälscht, in der Fülle entsteht Harmonie, Einklang von Verbindungen. (Wir sollten auf die –ismen verzichten.) Es geht weiter mit Pulpo. Hier durfte sich der Souschef durchsetzen, Valentin Rottner wollte seine Regionalität nicht demontieren. Ein wunderbarer Teller in seiner Gesamtheit, Leaf to Roots, mein letzter. Keine Ahnung, wodurch der perfekte Geschmack bei Pulpo/ Schwarzwurzel/ Wirsing/ Safran/ Sanddorn entsteht. Die kochtechnische Kunstfertigkeit überlasse ich den Könnern, ich bin fürs Schmecken da. Einzeln genommen macht die erdige Schwarzwurzel die Ansage, säuerlich fermentiert, ihr zartgehobeltes Konfetti aus den Schalen kokettiert knusprig, der feine Wirsing ziert sich sonntäglich mit Spitzen und Perlchen, Safran schmeckt eher neutral, glänzt dafür in satt gelber Espumapracht und  korrespondiert optisch mit dem säuerlichen Sanddorn, ja, der Pulpo, ein krosses Legosteinchen, lässt sich und seine Mitspieler zum Gaumenerlebnis auflaufen. Großartig. Perfekt dazu der weiße Burgunder Clees Réserve, von Baldauf. Man möge das schwärmerischen Schreiben nachsehen. Da Glück nur momentan sein kann, bin ich glücklich, in der Erinnerung dankbar. Zum Hauptgang, der Wildsau/Flower Sprout/Pastinake/Birne muss ich meinen Tischnachbarn wortkarger zwar, aber gleichermaßen begeistert wiedergeben: saugut, noch nie so gut  gegessen. Mit Ausrufezeichen! In der Gesamtkomposition mit Pastinake, Bamberger Hörnchen und einer deliziösen Sauce… Ich darf probieren, so haarfein reduziert, dass sie brilliert. Wir müssen endgültig die Vorstellung von Haut Gout bei Wildbret zu Grabe tragen.